Airbus hat den Passagierevakuierungstest im A380-Entwicklungsflugzeug MSN7 erfolgreich abgeschlossen und damit den Weg fĂŒr die Zulassung des Flugzeugs durch die Behörden pĂŒnktlich vor der Auslieferung gegen Ende 2006 bereitet. WĂ€hrend des Tests konnten alle 873 Teilnehmer das Flugzeug verlassen und den Boden innerhalb der vorgeschriebenen 90 Sekunden ĂŒber 8 der 16 TĂŒren erreichen. Der Test wurde unter der Aufsicht der EuropĂ€ischen Agentur fĂŒr Flugsicherheit (EASA) und eines Vertreters der amerikanischen Federal Aviation Administration (FAA) durchgefĂŒhrt.

Die Luftfahrtbehörden werden das vorliegende Material jetzt sorgfÀltig auswerten, den Passagierstrom auf den beiden Decks und die eigentliche Evakuierung analysieren.

„Ein Teilnehmer brach sich den Oberschenkel und einige „Passagiere“ erlitten leichte Verletzungen, als sie am Boden ankamen. Wir werden sie in jeder Hinsicht unterstĂŒtzen“, sagte Charles Champion, Chief Operating Officer (COO) und Head of A380 Programme von Airbus. „Auch wenn die von der Behörde bestĂ€tigte, endgĂŒltige Zahl erst in einigen Tagen bekannt gegeben wird, sind wir mit diesen Ergebnissen sehr zufrieden. Sie machen den Weg frei fĂŒr die Beförderung von Passagieren nach den Vorgaben unserer Erstkunden, die sich allesamt fĂŒr die sehr komfortable Dreiklassenbestuhlung entschieden haben. Und selbst mit der etwas dichteren Zweiklassenbestuhlung wird die A380-Kabine weiterhin neue Komfortstandards setzen.“

Der Evakuierungstest war der bislang strengste Test und der erste, der jemals in einem Passagierflugzeug mit zwei Decks durchgefĂŒhrt wurde. Das Flugzeug war mit einer sehr dicht bestuhlten Einklassenkabine ausgestattet, in der alle 853 Sitze belegt waren. Außerdem waren zwei Mitglieder der Cockpit-Besatzung und 18 Mitglieder der Kabinenbesatzung der Lufthansa an Bord, die die Evakuierung auf reprĂ€sentative Weise abwickelten. Der Test wurde im Dunkeln durchgefĂŒhrt, jedoch von Infrarotkameras gefilmt. Welche TĂŒren und Notrutschen zur VerfĂŒgung standen, war vor dem Test nicht bekannt.

Die verletzen „Passagiere“ wurden vom medizinischen Notfall- und Erste-Hilfe-Dienst vor Ort umgehend versorgt. Airbus wird den verletzten Personen, die durch eine spezielle Versicherung geschĂŒtzt sind, selbstverstĂ€ndlich jegliche erforderliche UnterstĂŒtzung zukommen lassen.

Die A380 ist fĂŒr die Beförderung von durchschnittlich 555 Passagieren in drei Klassen ĂŒber Entfernungen von bis zu 15 000 km/8 000 nm ausgelegt. Bisher wurden 159 Airbus A380 von 16 Kunden bestellt. Die erste A380 soll noch vor Jahresende an den Erstbetreiber Singapore Airlines ausgeliefert werden.

Airbus ist ein EADS-Unternehmen mit BAE Systems.

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